Seite drucken

Die Chemie des natürlichen Lächelns

Ein neues Molekül macht Zahnfüllungen extrem stabil und strahlend schön

Eine ausgeschlagene Ecke am Vorderzahn, Karies im Seitenzahn – auch mit einer Zahnfüllung möchte heute niemand mehr auf sein natürliches Lächeln verzichten. Wer vom Zahnarzt eine Füllung erhielt, musste bislang jedoch mit Kompromissen leben. Die beste Zahnfüllung ist die, die man gar nicht sieht. Ultrafeine Glaspartikel verleihen modernen Restaurationen Glanz und Lichtspiel wie im natürlichen Zahn. Doch bisher hielten diese sogenannten Komposite nicht so lang wie Amalgam. Mit einem neuen Kunststoffbaustein macht Heraeus jetzt beides möglich: Natürliche Ästhetik und Langlebigkeit.

Amalgam ist zwar sehr haltbar, aber man sieht es auf den ersten Blick. Außerdem steht es wegen gesundheitlicher Bedenken in der Kritik. Als Material der Wahl gelten deshalb heute zahnfarbene Kompositfüllungen mit ultrafeinen Glas- und Keramikpartikeln. Diese Partikel verleihen dem Füllungsmaterial eine optische Erscheinung ähnlich der natürlichen Zahnsubstanz. Ob im Sonnenschein, im Kerzen- oder Disko-Licht – der Unterschied ist kaum bis gar nicht zu erkennen. Doch die naturnahe Ästhetik musste bisher mit einer geringeren Belastbarkeit erkauft werden.

Gesucht wird deshalb seit langem ein Füllungsmaterial, das naturnahe Ästhetik mit starker Belastbarkeit und Haltbarkeit vereint. Die Dentalspezialisten von Heraeus Kulzer haben mit einer Innovation aus dem Syntheselabor jetzt eine Lösung gefunden: "Tricyclodecan-Urethan-Monomer" lautet der Name des Moleküls, das die neue Komposit-Generation von Heraeus im Innersten zusammenhält und ihr eine ganz neue Qualität verleiht: ästhetisch, langlebig und darüber hinaus vom Zahnarzt einfach zu verarbeiten. Was dahinter steckt, erläutert Dr. Andreas Utterodt, Leiter Forschung und Entwicklung für Füllungsmaterialien: "Dieser maßgeschneiderte Baustein ist sehr reaktiv. Er verknüpft sich mit weiteren Monomeren zu einem besonders kompakten, dicht verzweigten Polymer-Netzwerk. Aufgrund dieser Struktur verbessern sich alle wichtigen physikalischen Eigenschaften des Füllungsmaterials."

Wenn die Füllung schrumpft


Oft vergehen Monate oder Jahre, aber dann muss der Patient feststellen: Die Füllung hat Risse bekommen oder Spalten am Rand. Die Folge kann Karies sein oder gar ein Bruch – die Füllung muss ausgetauscht werden. Der Grund liegt oft im Schrumpf: Beim Aushärten schrumpft die Füllung, weil sich die Moleküle des Kompositmaterials eng zusammenschließen. Das kann zu Spannungen und feinen Rissen führen. Schon seit 40 Jahren verwenden deshalb fast alle Hersteller den schrumpfungsarmen Kunststoffbaustein Bis-GMA (Bisphenol-A-glycidylmethacrylat) für ihre Komposite. Dieses Basismaterial ist jedoch extrem zähflüssig. Um es handhabbar zu machen, müssen Reaktiv-Verdünner zugesetzt werden, die den Schrumpf wieder erhöhen. Dies ist ein Problem, an dem die neue Komposit-Generation von Heraeus mit ihrer innovativen Kunststoffbasis ansetzt.